Rennbahn - Übersicht

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Die historische Waage

Wer als Jockey ein Galopprennen gewinnen will, der sollte zwar kein Blei in den Knochen haben, aber Blei im Sattel kann manchmal notwendig sein. Ist das Gewicht eines Reiters für sein Pferd eine allzu leichte Bürde, so darf er nach den Regeln nur mit bleiernem Ballast an den Start gehen. Daher gehören zum Galoppsport nicht nur dramatische Zieleinläufe, aufregende Wetten und fantasievolle Damenhüte – jede Rennbahn besitzt auch eine "Jockey-Waage". Auf der Düsseldorfer Galoppanlage im Grafenberger Wald ist noch heute ein stilvolles Waagegebäude in Gebrauch, das schon 1913 erbaut wurde und jetzt unter Denkmalschutz steht.

Seit 95 Jahren werden in der Alten Waage auf dem Grafenberg Jockeys gewogen. Berühmte Namen waren darunter, so der legendäre Brite Lester Piggott, der 1955 in Düsseldorf erstmals auf einer deutschen Rennbahn ritt. Im Alter von 56 Jahren gelang ihm ein spektakuläres Comeback, das ihn 1990 noch einmal in die Landeshauptstadt führte. Oder Harro Remmert, der 1975 in Düsseldorf den Deutschlandpreis gewann. Ein Jahr später erlitt er bei einem Rennen in Krefeld eine Querschnittlähmung, was ihn nicht daran hinderte, seinen weit über 500 Siegen als Jockey später noch weitere 1.000 als Trainer hinzuzufügen.

Sie und zahllose andere haben sich seit 1913 vor und nach jedem Rennen in der Alten Waage eingefunden. Irgendwann schien dem ehrwürdigen Gebäude all die Last aber zu viel zu werden. Feuchtigkeit bedrohte das Mauerwerk, die Elektrik sah bedenklich aus, das Dach war beschädigt. Doch zum Glück kam Hilfe, bevor es zu spät war. Nicht zuletzt dank der NRW-Stiftung präsentiert sich das Waagegebäude heute wieder in bester Verfassung. Die Jockeystube wurde bei der Sanierung mit einer Fußbodenheizung ausgestattet, und für die Reiter steht jetzt eine Sauna zur Verfügung. Nicht nur das Baudenkmal blieb so erhalten, auch seine zentrale Funktion im Rennbetrieb ging nicht verloren, denn Rennleitung, Presse und Sanitäter haben hier ebenfalls ihre Räume.